Besucher:innen einer Unternehmens-Website haben fast immer eine konkrete Frage: Macht ihr das, was ich brauche? Kann ich euch vertrauen? Wie erreiche ich euch? Gute User Experience bedeutet, diese drei Fragen schnell und ohne Umwege zu beantworten. Die typischen Hindernisse sind seit Jahren dieselben.
Was Nutzer:innen wollen
Orientierung in drei Sekunden. Was ihr tut, für wen, und was der nächste Schritt ist. Direkt im ersten Bildschirm, nicht hinter einem Slider.
Eine Navigation mit fünf bis sieben Einträgen. Nicht dreißig Unterseiten in einem Mega-Menü. Wer die Struktur erklären muss, hat zu viele Seiten.
Konkrete Inhalte. Projekte, Namen, Zahlen, Preise oder Preisspannen. „Maßgeschneiderte Lösungen“ sagt nichts.
Kurze Wege zum Kontakt. Telefonnummer sichtbar, Terminbuchung oder ein kurzes Formular mit maximal fünf Feldern, dazu eine klare Antwort auf die Frage „Was passiert nach meiner Anfrage?“.
Eine Seite, die sich auf dem Handy gut anfühlt. Große Schaltflächen, lesbare Schrift ohne Zoomen, keine Elemente, die über den Rand hinausragen.
Was Nutzer:innen nicht wollen
- Cookie-Banner, die den halben Bildschirm bedecken. Wer kann, verzichtet auf die Dienste, die sie nötig machen.
- Pop-ups für Newsletter oder Chat nach fünf Sekunden.
- Automatisch startende Videos und Slider, die weiterblättern, bevor man gelesen hat.
- Formulare mit zehn Pflichtfeldern und einer Datenschutz-Checkbox, die nicht erklärt, was passiert.
- Texte, die für Google geschrieben sind statt für Menschen: Keyword-Wiederholungen, aufgeblähte Absätze ohne Aussage.
- Allgemeine Stockfotos von Händeschütteln und Konferenztischen.
Die fünf häufigsten UX-Probleme und ihre Lösung
| Problem | Lösung |
|---|---|
| Langsame Ladezeit | Bilder in modernen Formaten und passenden Größen, keine unnötigen Skripte, statische Auslieferung |
| Unklare Startseite | Erster Bildschirm mit Leistung, Zielgruppe und einem Handlungsschritt |
| Zu viele Seiten | Struktur auf die Fragen der Besucher:innen ausrichten, Seiten ohne Zweck zusammenlegen |
| Kontakt versteckt oder zu offen | Terminbuchung plus kurzes, strukturiertes Formular, Telefonnummer im Header |
| Mobil nicht bedienbar | Mobile zuerst gestalten, Touch-Ziele mindestens 44 Pixel, keine horizontalen Scrollbereiche |
Wie man UX-Probleme findet
Die einfachste Methode kostet nichts: Fünf Personen, die eure Firma nicht kennen, bekommen die Aufgabe „Finde heraus, was dieses Unternehmen anbietet und frage ein Angebot an“. Wo sie stocken, liegt das Problem. Ergänzend helfen Werkzeuge wie PageSpeed Insights für die Ladezeit und ein kurzer Tastatur-Test für die Bedienbarkeit.
Wenn ihr die Prüfung lieber abgebt: Im Rahmen eines Website-Projekts analysieren wir die bestehende Seite, bevor wir irgendetwas gestalten.